Veröffentlicht am März 15, 2024

Entgegen der Annahme, dass grosse Objekte Räume überladen, ist oft das Gegenteil der Fall: Eine einzelne, kühne Installation schafft mehr Ruhe und Ordnung als viele kleine Elemente.

  • Der Wert einer Installation bemisst sich nicht in Quadratmetern, sondern in ihrer Fähigkeit, den Raum architektonisch zu gliedern und erlebbar zu machen.
  • Technische Aspekte wie Akustik, Energieeffizienz (Minergie-Standard) und Wartung sind entscheidende Faktoren für eine gelungene Integration in Schweizer Wohnräume.

Empfehlung: Betrachten Sie Kunst nicht als Dekoration, die einen Raum füllt, sondern als ein strategisches Werkzeug, das Leere kuratiert und die Funktion des Raumes neu definiert.

Die Furcht ist greifbar: Ein monumentales Kunstwerk im eigenen Wohnraum, das am Ende nicht wie ein kuratiertes Statement, sondern wie edles Gerümpel wirkt. Es ist die Angst, den Raum zu erdrücken, ihn unbewohnbar zu machen und eine Entscheidung zu treffen, die im Alltag stört. Diese Sorge führt oft zu einer paradoxen Konsequenz – einer Ansammlung vieler kleiner, unverbundener Objekte, die den Raum visuell zerstückeln und eine subtile, aber permanente Unruhe erzeugen.

Konventionelle Ratschläge propagieren meist die Sicherheit des Kleinen und Zurückhaltenden. Sie warnen vor Massstabssprüngen und plädieren für eine harmonische Anpassung der Kunst an das bestehende Interieur. Doch was, wenn der wahre Fehler nicht in der Grösse des Kunstwerks liegt, sondern in unserem Verständnis von Raum selbst? Was, wenn die Installation nicht ein Objekt im Raum ist, sondern ein Akteur, der den Raum definiert?

Dieser Leitfaden bricht mit der Vorstellung von Kunst als blossem Accessoire. Er positioniert die Raum-Installation als architektonische Intervention. Es geht nicht darum, wie viel Platz ein Kunstwerk wegnimmt, sondern wie viel qualitativen, strukturierten und erlebbareren Raum es schafft. Wir werden nicht über Dekoration sprechen, sondern über Raumgliederung, kinetische Präsenz und die kuratierte Leere, die ein grossformatiges Werk erst zur Geltung bringt.

Anhand präziser, auf den Schweizer Kontext zugeschnittener Überlegungen – von SIA-Normen für Durchgänge bis zur Integration in Minergie-konforme Smart Homes – navigieren wir durch die praktischen und konzeptionellen Herausforderungen. Ziel ist es, Ihnen die Sicherheit zu geben, eine mutige Entscheidung zu treffen, die Ihren Wohnraum nicht verkleinert, sondern dessen wahre Dimension erst freilegt.

Wie integriert man eine Installation, durch die man hindurchgehen muss?

Eine begehbare Installation ist die radikalste Form der architektonischen Intervention. Sie verwandelt den Betrachter vom passiven Beobachter zum aktiven Teilnehmer. Der Raum wird nicht mehr nur angeschaut, sondern physisch durchquert und erlebt. Die zentrale Frage ist hier nicht die des Platzverlusts, sondern die der Choreografie der Bewegung. Die Installation wird zu einem raumgliedernden Element, das neue Wege definiert, Zonen schafft und Blickachsen lenkt. In einem offenen Loft kann eine solche Arbeit beispielsweise den Wohn- vom Arbeitsbereich trennen, ohne eine massive Wand zu errichten.

Die Planung erfordert eine präzise Auseinandersetzung mit den alltäglichen Bewegungsabläufen. Wo sind die Hauptverkehrsadern des Raumes? Welche Wege müssen frei bleiben? Die Kunst muss den Fluss des Lebens leiten, nicht blockieren. Hierbei sind funktionale Mindestmasse entscheidend. Für einen hindernisfreien und komfortablen Durchgang sollte man sich an bewährten Standards orientieren. So sehen beispielsweise die Schweizer Normen für hindernisfreie Bauten eine Mindestbreite von 1,20 m für Korridore vor, ein Mass, das auch im privaten Kontext als grosszügiger Richtwert dient.

Diese Art der Kunst lebt von der Interaktion: dem Spiel mit Licht, das durch die Struktur fällt, den wechselnden Perspektiven beim Hindurchgehen und der haptischen Erfahrung, wenn Materialien berührt werden dürfen. Es ist eine bewusste Entscheidung, einen Teil der reinen Nutzfläche in einen Erlebnisraum umzuwandeln. Das Ergebnis ist eine Aufwertung der verbleibenden Fläche, da diese nun durch die präsente Kunst definiert und gerahmt wird.

Was muss man bei Installationen mit Motoren oder Dauerlicht beachten?

Kinetische Skulpturen oder Lichtinstallationen bringen eine vierte Dimension in den Wohnraum: die Zeit. Bewegung und veränderliches Licht verleihen dem Werk eine permanente Lebendigkeit, stellen aber auch technische Anforderungen, die über die statische Kunst hinausgehen. Der wichtigste Aspekt ist die Integration in die haustechnische Infrastruktur. Dies betrifft die Stromversorgung, mögliche Wärmeentwicklung und die Energieeffizienz, besonders in modernen Schweizer Wohnbauten.

In einem nach Minergie-Standard zertifizierten Haus ist die thermische Hülle hochisoliert. Jede zusätzliche Wärmequelle, sei es durch Motoren oder leistungsstarke Leuchtmittel, muss berücksichtigt werden. Die Kunst darf das sensible Energiekonzept des Gebäudes nicht stören. Moderne LED-Technologie und energieeffiziente Motoren sind hier unerlässlich. Die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz, die eine Überhitzung des Raumes begrenzen, zeigen, wie wichtig eine geringe Wärmeabgabe ist. Die Planung sollte daher immer in Absprache mit einem Elektroplaner oder dem Architekten erfolgen, um separate, schaltbare Stromkreise und eine ausreichende Belüftung sicherzustellen.

Kinetische Installation mit LED-Beleuchtung in einem Minergie-zertifizierten Schweizer Wohnraum

Darüber hinaus spielt die steuerbare Dynamik eine Rolle für die Wohnqualität. Eine Installation, die permanent in Bewegung oder voll beleuchtet ist, kann auf Dauer anstrengend wirken. Die Integration in ein Smart-Home-System (wie KNX oder Loxone) ermöglicht es, verschiedene Szenarien zu programmieren: einen ruhigen Modus für den Abend, einen dynamischen Modus für den Empfang von Gästen oder die komplette Deaktivierung während der Nacht. So bleibt die Kunst ein bereicherndes Element, das sich dem Rhythmus des Lebens anpasst, anstatt ihn zu dominieren.

Wie entstaubt man eine Installation aus 1000 hängenden Fäden?

Die Ästhetik filigraner oder komplexer Installationen, wie etwa eine Wolke aus hunderten von Fäden oder eine vielteilige mobile Skulptur, birgt eine sehr pragmatische Herausforderung: die Reinigung. Die Angst vor der Wartung ist ein häufiger Grund, von solchen Werken Abstand zu nehmen. Doch mit einer strategischen Herangehensweise wird die Pflege zu einem beherrschbaren Ritual statt zu einer unlösbaren Aufgabe. Der Schlüssel liegt in der präventiven Staubkontrolle und der Wahl der richtigen Werkzeuge.

Staub ist nicht nur ein ästhetisches Problem; er kann empfindliche Materialien wie Textilien oder unbehandeltes Metall auf Dauer schädigen. Eine gute Raumluftqualität ist daher die erste Verteidigungslinie. Ein HEPA-Luftreiniger kann die Menge an Schwebepartikeln im Raum signifikant reduzieren. Zudem ist die Regulierung der Luftfeuchtigkeit wichtig: Eine relative Feuchte zwischen 45% und 55% minimiert die statische Aufladung und damit die Anhaftung von Staubpartikeln.

Makroaufnahme einer textilen Hängeinstallation mit sichtbaren Fasern und Staubpartikeln

Für die direkte Reinigung gilt das Prinzip der Sanftheit. Harte Staubsaugerbürsten oder feuchte Tücher sind tabu. Stattdessen eignen sich weiche, antistatische Werkzeuge, die den Staub aufnehmen, ohne die Oberflächen zu beschädigen. Bei sehr filigranen Strukturen kann Druckluft aus der Dose (wie sie für die Reinigung von Kamerasensoren verwendet wird) eine effektive Methode sein, um Staub aus unzugänglichen Ecken zu blasen, ohne das Werk physisch zu berühren.

Ihr Wartungsplan für filigrane Kunstwerke

  1. Prävention: Installieren Sie HEPA-Luftreiniger und halten Sie die Luftfeuchtigkeit stabil, um die Staubbelastung im Raum von vornherein zu minimieren.
  2. Regelmässige Grundreinigung: Bürsten Sie die Installation wöchentlich vorsichtig von oben nach unten mit einer weichen, antistatischen Mikrofaser- oder Ziegenhaarbürste ab.
  3. Tiefenreinigung: Behandeln Sie schwer zugängliche Stellen monatlich mit Druckluft bei niedrigem Druck, um festsitzenden Staub zu entfernen.
  4. Materialpflege: Prüfen Sie die Materialspezifikationen. Einige Materialien benötigen spezielle Pflegeprodukte oder Techniken, die vom Künstler empfohlen werden.
  5. Professionelle Konsultation: Planen Sie bei sehr wertvollen oder empfindlichen Werken alle paar Jahre eine Inspektion oder Reinigung durch einen spezialisierten Kunstrestaurator ein.

Das Risiko von surrenden Motoren in ruhigen Wohnbereichen

Bei kinetischer Kunst ist Stille Gold. Ein leises, aber persistentes Surren oder Brummen eines Motors kann die meditative Wirkung einer Bewegung zerstören und in einem ansonsten ruhigen Wohnbereich zur akustischen Folter werden. Die akustische Qualität der verbauten Komponenten ist daher kein Detail, sondern ein zentrales Kriterium für die Wohnraumtauglichkeit einer kinetischen Installation. Die Geräuschemission eines Kunstwerks muss weit unter den allgemeinen Lärmpegeln des Alltags liegen.

In der Schweiz sind die Lärmpegel klar geregelt. Die Lärmschutz-Verordnung des Bundes legt beispielsweise für Wohnzonen einen Planungswert von 50 dB(A) am Tag fest. Ein Motor in einer Kunstinstallation sollte diesen Wert deutlich unterschreiten und im Idealfall im Bereich eines Flüsterns (ca. 20-30 dB) oder darunter liegen. Dies erfordert den Einsatz von hochpräzisen, für den Dauerbetrieb in ruhigen Umgebungen konzipierten Motoren.

Die Herkunft und Qualität der Motoren sind hier entscheidend. Es ist kein Zufall, dass viele international renommierte Kinetik-Künstler auf Schweizer Hersteller zurückgreifen. Diese Unternehmen sind führend in der Entwicklung von flüsterleisen, langlebigen und präzisen Antriebssystemen, die ursprünglich für die Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt entwickelt wurden. Wie der Schweizer Verband für Kinetische Kunst in der Fachzeitschrift für moderne Raumgestaltung betont:

Flüsterleise Motoren sind für Kunstinstallationen in Wohnräumen essentiell, besonders von Schweizer Qualitätsherstellern wie Maxon Motor AG.

– Schweizer Verband für Kinetische Kunst, Fachzeitschrift für moderne Raumgestaltung

Zusätzlich zur Motorenwahl kann die akustische Entkopplung helfen. Eine Montage auf schwingungsdämpfenden Materialien oder in einem schallgedämmten Gehäuse kann die Übertragung von Körperschall auf die Bausubstanz minimieren. Die Investition in akustische Qualität ist eine Investition in die langfristige Freude am Kunstwerk.

Wie dokumentiert man den Aufbau einer Installation für einen späteren Umzug?

Eine grosse Raum-Installation ist eine Investition, die nicht zwangsläufig an eine einzige Immobilie gebunden ist. Die Möglichkeit eines zukünftigen Umzugs sollte von Anfang an mitgedacht werden. Eine sorgfältige Dokumentation des Aufbaus ist der Schlüssel, um einen problemlosen Abbau und eine originalgetreue Wiederinstallation an einem neuen Ort zu gewährleisten. Diese Dokumentation ist quasi die „Bedienungsanleitung“ für das Kunstwerk und steigert dessen Wert, da sie seine Mobilität sichert.

Der Prozess sollte wie eine archäologische Ausgrabung im Rückwärtsgang betrachtet werden. Jeder Schritt des Aufbaus wird präzise festgehalten. Die ideale Dokumentation umfasst mehrere Ebenen. Zuerst eine fotografische und videografische Erfassung. Machen Sie Detailaufnahmen von allen Verbindungsstücken, nummerieren Sie die einzelnen Teile mit temporären Aufklebern und fotografieren Sie diese. Ein Zeitraffer-Video des gesamten Aufbauprozesses kann später von unschätzbarem Wert sein, um die Reihenfolge der Schritte nachzuvollziehen.

Zweitens, erstellen Sie ein schriftliches Protokoll. Dies sollte eine Liste aller Komponenten, eine Beschreibung der Montagereihenfolge und eine genaue Aufzeichnung aller verwendeten Werkzeuge und Befestigungsmaterialien (z.B. „Schraube M8x60, 12 Stück“) enthalten. Skizzen mit genauen Massen – Abstände zur Wand, zur Decke, zueinander – sind ebenfalls essenziell. Wenn die Installation vom Künstler selbst oder einem spezialisierten Team aufgebaut wird, bitten Sie diese explizit, eine solche Dokumentation zu erstellen oder den Prozess selbst dokumentieren zu dürfen.

Schliesslich gehört zur Dokumentation auch die Planung der Verpackung. Welche Materialien sind für den Schutz der Oberflächen nötig? In welcher Reihenfolge müssen die Teile verpackt werden, um beim nächsten Aufbau logisch zur Verfügung zu stehen? Diese detaillierte Vorbereitung verwandelt die gewaltige Aufgabe eines Umzugs in einen kalkulierbaren, sicheren Prozess und schützt den materiellen und ideellen Wert Ihrer Kunstinvestition.

Wandrelief oder Standobjekt: Was spart Platz und wirkt trotzdem modern?

Die Entscheidung zwischen einem Wandrelief und einem freistehenden Objekt ist eine strategische Weichenstellung für die Raumwirkung. Es geht nicht primär um Platzersparnis, sondern um die Art und Weise, wie das Werk mit dem Raum interagiert. Ein Wandrelief agiert mit der Vertikalen, ein Standobjekt mit der Horizontalen und dem Volumen des Raumes. Beide können modern und eindrucksvoll sein, doch ihre Wirkung ist fundamental verschieden.

Das Wandrelief ist die platzsparendste Form der grossen Geste. Es beansprucht keine Bodenfläche und lässt den Raum luftig und offen wirken. Indem es die Wand selbst zur Bühne macht, betont es die Architektur und kann durch gezielte Beleuchtung eine dramatische Tiefe erzeugen. Das Spiel von Licht und Schatten wird zum integralen Bestandteil des Werkes. In kleineren, aber hohen Räumen oder in Durchgangsbereichen kann ein Relief eine immense Wirkung entfalten, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Es ist eine elegante Lösung, um Textur, Tiefe und einen künstlerischen Fokuspunkt zu schaffen, ohne den Grundriss zu tangieren.

Das Standobjekt hingegen ist eine selbstbewusste Setzung im Raum. Es tritt in einen direkten Dialog mit dem Betrachter und den Möbeln. Seine Stärke liegt in der Fähigkeit zur Raumgliederung. In einem grossen Loft kann eine Skulptur als visueller Anker dienen, um den sich der Wohnbereich gruppiert, oder als semi-transparenter Raumteiler agieren. Sie fordert den Betrachter auf, sich um sie herum zu bewegen und sie aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken. Auch wenn sie physisch mehr Platz beansprucht, definiert sie diesen Raum und gibt ihm Struktur und einen Mittelpunkt. Die Leere um die Skulptur herum – die kuratierte Leere – wird Teil des Gesamtkunstwerks.

Die Wahl hängt also von der gewünschten Raumfunktion ab. Soll die Weitläufigkeit des Raumes betont werden, ist das Relief ideal. Soll der Raum hingegen strukturiert und mit einem starken Gravitationszentrum versehen werden, ist das Standobjekt die richtige Wahl. Auch der Schweizer Wohnkontext, wo laut Daten des Bundesamts für Statistik die durchschnittliche Wohnungsgrösse variiert, spielt eine Rolle. In jedem Fall ist es die Qualität der Leere, die durch das Kunstwerk entsteht, die über seine Modernität entscheidet.

Warum wirkt ein riesiges Bild in einem kleinen Raum beruhigender als viele kleine?

Die landläufige Meinung besagt, dass kleine Räume nach kleinen Dekorationsobjekten verlangen. Dies ist einer der grössten Irrtümer der Innenarchitektur. Eine Wand, die mit vielen kleinen Bildern, Drucken und Fotos bestückt ist (eine sogenannte „Petersburger Hängung“), erzeugt visuelles Rauschen. Das Auge findet keinen Ruhepunkt, springt von einem Motiv zum nächsten und ist einer ständigen kognitiven Belastung ausgesetzt. Das Ergebnis ist eine unterschwellige, aber permanente Unruhe.

Im Gegensatz dazu schafft ein einziges, grossformatiges Werk einen klaren visuellen Ankerpunkt. Es dominiert die Wand mit einer einzigen, selbstbewussten Aussage. Das Auge und der Geist können sich auf dieses eine Bild konzentrieren, es erfassen und zur Ruhe kommen. Anstatt den Raum zu verkleinern, verleiht ihm das grosse Format Grosszügigkeit und Tiefe. Die Wand wird zu einem Fenster in eine andere Welt, anstatt eine blosse Ansammlung von Erinnerungen zu sein. Dieser Effekt der kognitiven Entlastung ist der Hauptgrund, warum ein monumentales Werk beruhigender wirkt.

Diese Erkenntnis ist tief in der Schweizer Kunstgeschichte verankert. Man denke nur an die monumentalen Alpenlandschaften von Ferdinand Hodler. Seine grossformatigen Panoramen waren dazu gedacht, den Betrachter in die Erhabenheit der Natur eintauchen zu lassen, nicht ihn mit Details zu überfordern. Diese Tradition zeigt eine kulturelle Akzeptanz und ein tiefes Verständnis für die beruhigende und zugleich beeindruckende Wirkung grosser Formate. Ein grosses Werk in einem Raum ist eine Hommage an diese Klarheit.

Die Wahl eines grossen Bildes ist somit kein Akt der Platzverschwendung, sondern ein Akt der visuellen Kuratierung. Man entscheidet sich bewusst gegen die Ablenkung und für die Konzentration. Man gibt dem Raum eine Seele, einen einzigen, kraftvollen Fokuspunkt, der die gesamte Atmosphäre definiert und beruhigt. Anstatt den Raum zu füllen, gibt man ihm eine Bestimmung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Raum-Installation ist eine architektonische Intervention, die Raum schafft, anstatt ihn zu nehmen.
  • Technische Aspekte wie Akustik (leise Motoren), Energieeffizienz (Minergie-Standard) und Wartungsfreundlichkeit sind entscheidend für die Alltagstauglichkeit.
  • Ein einzelnes grosses Werk wirkt durch kognitive Entlastung beruhigender als viele kleine Objekte und schafft einen klaren Fokus.

Wie integriert man Multimedia-Kunst in das Smart-Home-System?

Die Integration von Multimedia-Kunst – wie Videoinstallationen, generative Kunst auf Bildschirmen oder interaktive Lichtobjekte – ist die konsequente Weiterführung der Raum-Installation ins digitale Zeitalter. Hier verschmelzen Kunst, Architektur und Technologie endgültig. Das Ziel ist eine nahtlose Einbindung in die intelligente Gebäudesteuerung, sodass die Kunst nicht als Fremdkörper mit eigener Fernbedienung existiert, sondern als integraler Bestandteil des Wohn-Erlebnisses.

Die technische Basis für eine solche Integration in der Schweiz sind in der Regel etablierte Smart-Home-Systeme wie KNX oder Loxone. Diese Systeme agieren als zentrales Nervensystem des Hauses und können Beleuchtung, Beschattung, Klima und eben auch Kunst steuern. Der erste Schritt ist daher die Sicherstellung der Kompatibilität. Die Multimedia-Installation muss über die richtigen Schnittstellen (z.B. DALI für Licht, IP-Schnittstellen für Video-Player) verfügen, um mit dem Bussystem des Hauses kommunizieren zu können.

Die eigentliche Magie entsteht in der Programmierung. In Zusammenarbeit mit einem zertifizierten Systemintegrator können komplexe Szenarien erstellt werden:

  1. Szenario „Ankunft“: Beim Betreten des Hauses erwacht die Installation zum Leben, das Licht dimmt auf ein bestimmtes Niveau, und eine sanfte Animation beginnt.
  2. Szenario „Kinoabend“: Das Kunstwerk wechselt in einen statischen, dezent beleuchteten Modus, um nicht vom Film abzulenken.
  3. Szenario „Kunst-Vernissage“: Die Installation läuft in ihrem dynamischsten Modus, synchronisiert mit der Beleuchtung im Raum und eventuell sogar mit der Musik.

Ein entscheidender Punkt im Schweizer Kontext ist der Datenschutz. Wenn die Kunstinstallation mit dem Internet verbunden ist (z.B. für Updates oder generative Inhalte), muss sichergestellt werden, dass die Datenverarbeitung konform zur schweizerischen Datenschutzgesetzgebung (DSG) erfolgt. Die Wahl von Anbietern mit Serverstandort in der Schweiz ist hierbei ein wichtiger Faktor. Eine durchdachte Integration macht die Multimedia-Installation zu einem lebendigen, reaktionsfähigen Teil der Architektur, der den Raum und die Stimmung auf Knopfdruck verwandeln kann.

Die Verschmelzung von Kunst und intelligenter Haustechnik eröffnet neue Dimensionen der Raumgestaltung. Die Prinzipien der Systemintegration zu verstehen, ist der letzte Schritt zur vollständigen Kontrolle über den kuratierten Raum.

Um diese Konzepte in die Realität umzusetzen, bedarf es Mut und einer klaren Vision. Beginnen Sie damit, Ihre Räume nicht als Behälter, sondern als Leinwand zu betrachten, und wagen Sie den ersten Schritt zur architektonischen Intervention.

Häufig gestellte Fragen zu Raum-Installationen

Welche Option ist für Mietwohnungen besser geeignet?

Standobjekte bieten mehr Flexibilität, da sie keine baulichen Veränderungen erfordern und beim Auszug problemlos mitgenommen werden können. Wandreliefs benötigen oft die Zustimmung des Vermieters, da für grosse und schwere Werke eine feste Verankerung in der Wand notwendig ist, die über ein einfaches Bohrloch hinausgehen kann.

Wie wirken Wandreliefs in kleinen Räumen?

Wandreliefs nutzen die vertikale Fläche optimal und lassen den Bodenbereich komplett frei, was den Eindruck von Weite verstärkt und kleine Räume optisch grösser wirken lässt. Sie fügen eine Ebene von Tiefe und Textur hinzu, ohne die nutzbare Fläche zu reduzieren.

Welche Beleuchtung eignet sich für Wandreliefs?

Die beste Wirkung erzielt man mit gezielter Akzentbeleuchtung. Ein oder mehrere Spots, die von der Decke oder seitlich auf das Relief gerichtet sind (Streiflicht), modellieren die Oberflächenstruktur durch das entstehende Spiel von Licht und Schatten und heben die Dreidimensionalität eindrucksvoll hervor.

Geschrieben von Regula Hurlimann, Kunsthistorikerin und Art Consultant für Privatsammlungen und Firmenmandate. Expertin für den Schweizer Kunstmarkt, Wertanlagen und die Förderung von Nachwuchstalenten mit 20 Jahren Erfahrung in Zürich und Basel.