Veröffentlicht am März 15, 2024

Der Hall in modernen, offenen Wohnräumen ist kein unausweichliches Schicksal, sondern ein Designproblem, das sich mit Textilkunst elegant lösen lässt, indem Ästhetik und Funktion vereint werden.

  • Textilkunst agiert als „Schall-Anker“, der Nachhall absorbiert und gleichzeitig als visueller Mittelpunkt dient.
  • Die richtige Wahl von Material (z.B. Schurwolle) und Platzierung (abseits von Kochdünsten, an schallharten Wänden) ist entscheidend für die Effizienz.
  • Neben der akustischen Balance bietet ein Wandteppich auch spürbare thermische Vorteile, besonders in Schweizer Altbauten.

Empfehlung: Betrachten Sie Textilkunst nicht als nachträgliche Dekoration, sondern als integrales Planungselement, um von Beginn an akustische, ästhetische und thermische Harmonie zu schaffen.

Der Traum vom modernen, offenen Wohnraum – eine grosszügige Wohnküche mit minimalistischem Design, klaren Linien und harten Oberflächen wie Beton, Glas und Parkett – hat oft eine unbequeme Kehrseite: einen unangenehmen, kalten Hall. Jedes Gespräch, jedes Klappern von Geschirr scheint sich im Raum unendlich zu vervielfachen und stört die gewünschte Atmosphäre der Gemütlichkeit. Viele greifen dann zu den üblichen Lösungen: ein Teppich auf dem Boden, schwere Vorhänge vor den Fenstern. Diese Massnahmen helfen zwar, wirken aber oft wie separate Korrekturen an einem bereits bestehenden Problem, anstatt Teil einer ganzheitlichen Vision zu sein.

Was aber, wenn die wahre Lösung nicht in nachträglichen Anpassungen liegt, sondern in einem einzigen Element, das Design und Funktion von Anfang an vereint? Hier kommt die Textilkunst ins Spiel. Weit mehr als nur Dekoration, ist ein sorgfältig ausgewählter Wandteppich ein hochwirksames Instrument zur Schaffung von akustischer Balance. Die Annahme, dass Akustikverbesserung immer auf Kosten der Ästhetik geht, ist ein Trugschluss. Der Schlüssel liegt darin, Textilkunst nicht als Notlösung zu betrachten, sondern als integrales Planungselement, das bewusst eingesetzt wird, um einem Raum Charakter, Wärme und vor allem akustische Ruhe zu verleihen.

Dieser Artikel führt Sie durch die entscheidenden Aspekte, die Textilkunst zur idealen Lösung für akustische Probleme in Schweizer Wohnräumen machen. Wir beleuchten die praktischen Herausforderungen von der Pflege bis zur Aufhängung, vergleichen die technische Effizienz mit anderen Lösungen und zeigen, wie ein Wandteppich sogar zur thermischen Isolierung beitragen kann. Ziel ist es, Ihnen das Wissen eines Innenakustikers zu vermitteln, um Funktionalität und Ästhetik perfekt zu verbinden.

Die folgenden Abschnitte bieten detaillierte Antworten auf die häufigsten Fragen und Bedenken. Sie dienen als Leitfaden, um die doppelte Funktion von Textilkunst – als Kunstwerk und als technisches Werkzeug – voll auszuschöpfen und Ihren Wohnraum in eine Oase der Ruhe zu verwandeln.

Wie hält man Textilkunst staubfrei, wenn man Allergiker im Haus hat?

Die Sorge vor Staubansammlungen in Textilien ist berechtigt, besonders da in der Schweiz fast 3 Millionen Menschen von Allergien betroffen sind, wie Daten von aha! Allergiezentrum Schweiz zeigen. Doch moderne Textilkunst kann paradoxerweise sogar zu einem besseren Raumklima beitragen. Hochwertige Materialien wie Schurwolle haben die Eigenschaft, Feinstaub aus der Luft zu binden und zu verhindern, dass dieser aufgewirbelt und eingeatmet wird. Der Schlüssel liegt in der richtigen Materialwahl und einer konsequenten Pflegeroutine.

Die Lösung ist nicht der Verzicht auf Textilien, sondern die bewusste Auswahl und Pflege. Achten Sie auf Materialien, die mit dem Schweizer Allergie-Gütesiegel zertifiziert sind. Diese wurden speziell auf ihre Eignung für Allergiker geprüft. Eine regelmässige Reinigung ist unerlässlich, aber einfacher als oft angenommen. Ein Staubsauger mit HEPA-Filter und einer weichen Polsterdüse entfernt Staub effektiv, ohne die Fasern zu beschädigen. Wöchentliches Absaugen bei niedriger Stufe genügt meist, um die Staubbelastung minimal zu halten.

Ein Schweizer Hersteller wie KRAMIS hat dieses Bedürfnis erkannt und bietet Wandteppiche aus reiner Schurwolle an, die Staub binden und dank einer cleveren Aufhängung leicht für die Pflege abgenommen werden können. Die Kombination aus staubbindendem Material und einfacher Wartung macht Textilkunst zu einer überraschend vorteilhaften Option für ein allergikerfreundliches Zuhause. Ergänzend hilft regelmässiges Lüften bei trockener Witterung, die Textilien frisch zu halten und eventuell aufgenommene Feuchtigkeit abzugeben.

Welche Aufhängung verhindert, dass der schwere Wandteppich in der Mitte durchhängt?

Ein grosser, schwerer Wandteppich ist ein beeindruckender Blickfang, doch die Sorge vor dem Durchhängen ist ein häufiges technisches Hindernis. Eine unsachgemässe Montage kann nicht nur die Ästhetik ruinieren, sondern auch das Kunstwerk beschädigen. Die Lösung liegt in einer professionellen Aufhängung, die das Gewicht gleichmässig verteilt und eine dauerhaft gerade Linie an der Oberkante gewährleistet. Die traditionelle Methode mit einer einfachen geraden Stange ist für schwere Textilien oft unzureichend.

Die effektivste Methode ist die Tunnel-Technik mit einer vorgespannten Metallstange. Dabei wird eine leicht nach oben gebogene Stange durch einen auf der Rückseite des Teppichs angenähten Stofftunnel geführt. Durch das Gewicht des Teppichs biegt sich die Stange in eine gerade Position und übt so eine konstante Spannung auf die Oberkante aus, was ein Durchhängen in der Mitte verhindert. Viele hochwertige Wandteppiche, wie die von KRAMIS, werden bereits mit entsprechenden Einbuchtungen oder Tunneln für eine solche Montage vorbereitet.

Professionelle Aufhängungstechnik für schweren Wandteppich mit gebogener Metallstange

Für maximale Flexibilität, insbesondere in Galerien oder modernen Wohnräumen, empfiehlt sich die Kombination mit einem Galerieschienen-System, wie es von Schweizer Anbietern wie Boesner erhältlich ist. Dies erlaubt nicht nur eine sichere Aufhängung, sondern auch eine einfache Höhenverstellung und das unkomplizierte Abnehmen des Teppichs zur Reinigung. Bei anspruchsvollen Wänden, wie sie in Schweizer Altbauten häufig vorkommen (verputzte Backsteinwände), ist die Verwendung von speziellen Schwerlastdübeln entscheidend für eine sichere und dauerhafte Verankerung.

Aktionsplan: Professionelle Montage für durchhangfreie Aufhängung

  1. Vorbereitung prüfen: Nutzen Sie die vorgefertigten Einbuchtungen oder den Tunnel am Rücken des Teppichs für die Aufhängung.
  2. Spannung erzeugen: Installieren Sie eine leicht nach oben gebogene (vorgespannte) Metallstange, die durch den Tunnel passt, um das Gewicht auszugleichen.
  3. Flexibilität gewinnen: Verwenden Sie Galerieschienen-Systeme von Schweizer Anbietern (z.B. Boesner) für eine einfache Höhenanpassung und Demontage.
  4. Wandbeschaffenheit berücksichtigen: Wählen Sie bei Altbauwänden spezielle Schwerlastdübel, die für unebene oder poröse Oberflächen geeignet sind.
  5. Wartungsfreundlichkeit sicherstellen: Entscheiden Sie sich für ein System, das ein jederzeit abnehmbares Aufhängen ermöglicht, damit der Teppich bei Bedarf gesaugt werden kann.

Warum bleichen Naturfasern schneller aus als Kunstfasern und wo darf man sie aufhängen?

Die Sorge vor dem Ausbleichen ist bei wertvoller Textilkunst, insbesondere aus Naturfasern wie Wolle, Baumwolle oder Seide, absolut berechtigt. Der Grund liegt in der chemischen Struktur der Fasern und Farbstoffe. UV-Strahlung im Sonnenlicht spaltet die Moleküle der natürlichen Farbpigmente, was zu einem sichtbaren Verblassen der Farben führt. Naturfasern sind für diesen Prozess anfälliger als ihre synthetischen Pendants, da ihre Struktur poröser ist und die Farbstoffe oft weniger tief und fest verankert sind.

Kunstfasern wie Solution-dyed Acryl oder Polyester bieten eine deutlich höhere Lichtbeständigkeit. Beim „Solution-dyeing“ (Spinnfärbung) wird das Farbpigment bereits der flüssigen Polymermasse beigemischt, bevor die Faser gesponnen wird. Die Farbe ist somit ein integraler Bestandteil der Faser selbst und nicht nur oberflächlich aufgetragen. Dies macht sie extrem resistent gegen UV-Strahlung und Ausbleichen.

Die Platzierung ist daher entscheidend. Hängen Sie wertvolle Textilkunst aus Naturfasern niemals an eine Wand mit direkter, stundenlanger Sonneneinstrahlung, wie es an einer Süd- oder Westwand der Fall ist. Eine Wand mit Nordausrichtung oder ein Platz mit ausschliesslich indirektem Lichteinfall ist ideal. Glücklicherweise bieten moderne Schweizer Bauten nach Minergie-Standard einen entscheidenden Vorteil: Die standardmässig verbaute Dreifachverglasung enthält oft einen effektiven UV-Filter, der das Ausbleichrisiko erheblich reduziert. Eine Studie in einem Schweizer Hauptsitz in Kriens-Luzern zeigte, dass Textilien selbst nach Jahren ihre Farbintensität behalten, wenn sie in einem solchen modernen Gebäude richtig platziert werden.

Der folgende Vergleich zeigt die Unterschiede in der Lichtbeständigkeit und hilft bei der Wahl des optimalen Standorts, wie es eine Analyse von Textilexperten verdeutlicht.

Lichtbeständigkeit verschiedener Fasern und optimale Platzierung
Faserart Lichtbeständigkeit UV-Risiko Optimale Platzierung
Naturfasern (Wolle, Baumwolle) Niedrig-Mittel Hoch bei direkter Sonne Nordseite, indirekte Beleuchtung
Solution-dyed Acryl Sehr hoch Minimal Auch Südseite möglich
Polyester (Standard) Hoch Gering Flexible Platzierung
Indigo-gefärbte Naturfasern Mittel Mittel Ostseite, Halbschatten

Das Risiko, Textilkunst in der Nähe der Küche aufzuhängen

Eine offene Wohnküche stellt eine besondere Herausforderung für Textilkunst dar. Kochdünste, Fettspritzer und Gerüche können sich in den Fasern festsetzen und diese auf Dauer schädigen oder verfärben. Eine Platzierung direkt über dem Kochfeld oder in unmittelbarer Nähe ist daher tabu. Dennoch muss man nicht gänzlich auf die akustischen und ästhetischen Vorteile eines Wandteppichs in diesem Lebensbereich verzichten. Der Schlüssel liegt in strategischer Positionierung und der Wahl des richtigen Materials.

Ein sicherer Abstand von mindestens drei Metern zum Kochfeld ist eine grundlegende Regel. Eine Platzierung an der gegenüberliegenden Esszimmerwand oder als raumteilendes Element zwischen Wohn- und Kochbereich ist oft ideal. Eine leistungsstarke Dunstabzugshaube, beispielsweise von Schweizer Qualitätsmarken wie V-ZUG, ist unerlässlich, um die Ausbreitung von Fett und Dampf von vornherein zu minimieren. Bei der Materialwahl gibt es ebenfalls clevere Optionen. Während Naturfasern wie Wolle empfindlicher sind, gibt es hochtechnologische Stoffe, die speziell für anspruchsvolle Umgebungen entwickelt wurden. So zeigt die Materialexpertise der Schweizer Textilindustrie, dass Unternehmen wie die Getzner Textil AG führend in der Entwicklung technischer Textilien für Akustiklösungen sind.

Ein Beispiel für ein widerstandsfähiges Material ist Xtreme, ein moderner Kreppstoff aus 100% recyceltem Polyester. Er ist nicht nur schwer entflammbar und haltbar, sondern auch leichter zu reinigen. Achten Sie zudem auf Zertifizierungen wie das EU-Ökolabel nach OEKO-TEX® Standard 100, das garantiert, dass die Stoffe frei von Schadstoffen wie Formaldehyd sind und somit zu einem gesunden Raumklima beitragen.

Aktionsplan: Risikoanalyse für Textilkunst nahe der Küche

  1. Kontaktpunkte definieren: Alle potenziellen Quellen für Fett, Dampf und Gerüche identifizieren (Kochfeld, Ofen, Spülbecken).
  2. Bestehende Elemente prüfen: Material und Webart des Kunstwerks auf Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und Schmutz bewerten.
  3. Abstand und Belüftung bewerten: Den Abstand zur Kochzone (mind. 3 Meter) und die Effizienz der Dunstabzugshaube (z.B. V-ZUG) überprüfen.
  4. Schutz vs. Ästhetik abwägen: Prüfen, ob eine Schutzbehandlung (Imprägnierung) die Haptik oder Farbe des Textils beeinträchtigen würde.
  5. Integrationsplan erstellen: Basierend auf der Analyse, den finalen Standort festlegen oder ein widerstandsfähigeres Material (z.B. recyceltes Polyester) wählen.

Wie kombiniert man den Boho-Stil mit minimalistischen Möbeln?

Die Kombination von organischem, texturreichem Boho-Stil mit der kühlen, klaren Ästhetik des Minimalismus scheint auf den ersten Blick widersprüchlich. Doch gerade dieser Kontrast kann eine unglaublich spannende und harmonische Wohnatmosphäre schaffen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht im Mischen, sondern im bewussten Setzen von Akzenten. Ein grossformatiger Wandteppich im Boho-Stil agiert hier als perfekter „Schall-Anker“ und emotionaler Gegenpol zur Nüchternheit minimalistischer Möbel von Schweizer Design-Ikonen wie USM Haller oder de Sede.

Ein Schweizer Designexperte fasst die erfolgreichste Strategie im Wohndesign Schweiz Magazin treffend zusammen:

Die 80/20-Regel schafft Balance: 80% minimalistisch mit klaren Linien und neutralen Farben, 20% für Boho-Akzente wie Wandteppiche und ausgewählte Deko-Objekte.

– Schweizer Designexperte, Wohndesign Schweiz Magazin

Diese Regel verhindert, dass der Raum überladen wirkt. Der Wandteppich wird zum unbestrittenen Fokuspunkt. Seine Farben, Muster und Texturen durchbrechen die Strenge des Minimalismus und verleihen dem Raum Seele und haptische Wärme. Um die Harmonie zu wahren, sollten die Farben des Teppichs in wenigen, sorgfältig ausgewählten Accessoires wieder aufgegriffen werden – etwa in einem einzelnen Kissen, einer Keramikvase oder einem Bildband. So entsteht eine visuelle Verbindung, die das Gesamtbild zusammenhält, ohne die minimalistische Grundordnung zu stören.

Harmonische Kombination von Boho-Wandteppich mit minimalistischen Schweizer Designmöbeln

Der Wandteppich erfüllt hier seine doppelte Funktion in Perfektion: Er ist nicht nur ein akustischer Absorber, der den Hall des minimalistischen Raumes bricht, sondern auch das zentrale Kunstwerk, das die Persönlichkeit der Bewohner zum Ausdruck bringt. Er schafft eine Brücke zwischen zwei Welten und beweist, dass Wärme und Reduktion keine Gegensätze sein müssen.

Akustikbilder oder schwere Vorhänge: Was löst das Lärmproblem im Loft effizienter?

Wenn es um die Reduzierung von Nachhall geht, sind schwere Vorhänge und Akustikbilder die gängigsten Alternativen zu einem Wandteppich. Doch welche Lösung ist wirklich effizienter? Die Antwort liegt im Schallabsorptionsgrad (NRC-Wert), der angibt, wie viel Prozent des auftreffenden Schalls von einem Material geschluckt wird. Ein NRC-Wert von 0,8 bedeutet, dass 80% des Schalls absorbiert und nur 20% reflektiert werden. Ein direkter Vergleich der Werte zeigt deutliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit.

Schwere Vorhänge können zwar effektiv sein, ihre Leistung hängt aber stark davon ab, wie sie montiert sind. Ein glatt hängender Vorhang hat eine deutlich geringere Absorptionsfläche als ein stark geraffter oder gefalteter Vorhang. Zudem wirken sie primär bei den Frequenzen der menschlichen Sprache. Akustikbilder und -paneele sind hingegen so konstruiert, dass sie über ein breiteres Frequenzspektrum wirken. Sie bestehen aus einem schallabsorbierenden Kern (z.B. aus Basotect® oder verdichteter Polyesterwolle) und einem akustisch transparenten Stoffbezug. Ihre Leistung ist konstant und nicht von Faltung oder Faltenwurf abhängig.

Die Klassifizierung gemäss DIN EN 11654 hilft bei der Einordnung: Hochwertige Akustikpaneele erreichen oft Klasse A (höchst absorbierend, αw > 0,85), während viele Vorhänge nur in Klasse C (αw 0,60-0,75) fallen. Ein hochwertiger, dicker Wandteppich aus Wolle verhält sich akustisch sehr ähnlich wie ein gutes Akustikbild und ist oft die ästhetisch ansprechendere, weil fugenlos integrierte Lösung.

Die folgende Tabelle, basierend auf Daten von Schweizer Akustikspezialisten, zeigt die Werte im direkten Vergleich, inklusive einer groben Kostenschätzung in Schweizer Franken.

NRC-Werte: Akustikbilder vs. Vorhänge im direkten Vergleich
Lösung NRC-Wert Wirkungsbereich Kosten pro m² (CHF)
Akustikbild (5cm Tiefe) 0,81 (81% Absorption) Permanent, Nachhall innen 250-400
Schwerer Vorhang (gerafft) 0,80 flach / 0,95 gefaltet Variabel, auch Aussenlärm 150-300
Akustikpanel Premium 0,95 (bei 58mm Tiefe) Permanent, breitbandig 350-500

Wie lagert man grosse textile Wandbilder im Sommer platzsparend ein?

Für manche ist ein schwerer Wollteppich an der Wand im Winter eine Quelle der Gemütlichkeit, im Sommer jedoch optisch zu wuchtig. Die Frage der saisonalen Einlagerung stellt sich, doch unsachgemässe Lagerung kann zu permanenten Schäden wie Falten, Schimmel oder Mottenfrass führen. Die richtige Technik ist entscheidend, um das Kunstwerk zu schützen. Die wichtigste Regel lautet: Niemals falten, immer rollen. Falten erzeugt scharfe Knicke, die die Fasern brechen und dauerhafte Spuren hinterlassen.

Rollen Sie den Teppich immer mit der Schauseite nach aussen. Dies schont die Fasern auf der sichtbaren Seite und verhindert, dass sie gestaucht werden. Als Zwischenlage beim Rollen sollte säurefreies Seidenpapier verwendet werden, um ein Aneinanderreiben der Fasern zu verhindern und Feuchtigkeit zu regulieren. Die gerollte Textilie wird am besten in einer stabilen Transportrolle aus Karton aufbewahrt, wie sie in Künstlerbedarfsläden (z.B. Boesner oder Gerstäcker in der Schweiz) erhältlich ist. Gelagert werden sollte die Rolle liegend an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort. Für eine optimale und sorgenfreie Lagerung bieten sich klimatisierte Self-Storage-Anbieter in der Schweiz an, wie Zebrabox oder Myplace, die für eine kleine Lagerbox Kosten von ca. 50-100 CHF pro Monat veranschlagen.

Als natürlicher Schutz gegen Motten, eine reale Gefahr in der Schweiz, haben sich Säckchen mit Arvenholz-Spänen oder Lavendel bewährt, die in die Nähe der gelagerten Rolle gelegt werden.

Alternative Sommerlösung: Die saisonale Umnutzung

Eine noch intelligentere und dem Gedanken der „doppelten Funktion“ entsprechende Lösung ist die Umnutzung statt der Einlagerung. Ein grosser Wandteppich kann im Sommer als luxuriöse Tagesdecke im kühleren Gästezimmer dienen oder im Keller-Heimkino als hochwirksames Akustikelement eine neue Funktion finden. Ein grosser Teppich, der im Winter den Trittschall im Wohnzimmer reduziert, kann im Sommer auf dem kühlen Steinboden der überdachten Terrasse für Gemütlichkeit sorgen. Diese flexible Nutzung spart nicht nur Lagerplatz und -kosten, sondern maximiert den Wert des Kunstwerks über das ganze Jahr hinweg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Textilkunst ist eine 2-in-1-Lösung: Sie absorbiert Schall effektiv und dient als zentrales Designelement.
  • Die Materialwahl (z.B. Schurwolle) und eine durchdachte Platzierung sind entscheidend für Akustik, Langlebigkeit und Pflege.
  • Technische Aspekte wie professionelle Aufhängung und Kenntnis der Lichtbeständigkeit sichern den Wert Ihrer Investition.

Wie isoliert ein Wandteppich eine kalte Aussenwand im Schweizer Altbau?

In vielen charmanten Schweizer Altbauten sind kalte Aussenwände ein bekanntes Problem. Eine Aussendämmung ist oft aufgrund von Denkmalschutz-Vorschriften, wie sie etwa in der Berner Altstadt gelten, nicht realisierbar. Hier entfaltet der Wandteppich seine volle „doppelte Funktion“ und wird zur eleganten und historisch bewährten Lösung. Die Tradition, Wände mit Teppichen zu behängen, diente schon im 19. Jahrhundert nicht nur der Dekoration, sondern vor allem der Wärmeisolierung und der Schaffung von Gemütlichkeit.

Ein dicker Wandteppich, insbesondere aus Schurwolle, wirkt wie eine zusätzliche Dämmschicht. Die Lufteinschlüsse in den gekräuselten Wollfasern bilden eine natürliche Barriere, die den Wärmeaustausch zwischen dem kalten Mauerwerk und dem warmen Raum verlangsamt. Messungen an dicken thermischen Vorhängen zeigen, dass je nach Material und Dicke eine Wärmeisolierung von 35-45% erreicht werden kann, ein Effekt, der auf Wandteppiche übertragbar ist. Die gefühlte Temperatur im Raum steigt, Zugluft wird reduziert und die Heizkosten können spürbar sinken.

Lösung für den Denkmalschutz: Der KRAMIS Wandteppich im Berner Altbau

Ein konkretes Beispiel zeigt die Wirksamkeit: In einem denkmalgeschützten Haus in der Berner Altstadt konnte die kalte Aussenwand nicht von aussen isoliert werden. Die Lösung war ein grossflächiger Wandteppich des Schweizer Herstellers KRAMIS mit hohem Schurwollanteil. Für eine maximale Wirkung wurde der Teppich nicht direkt an die Wand gehängt, sondern auf eine Lattung mit einigen Zentimetern Abstand montiert. Dieses stehende Luftpolster zwischen Wand und Teppich wirkt als hocheffektiver Isolator und beugt gleichzeitig der Bildung von Feuchtigkeit und Schimmel vor. Das Ergebnis: eine spürbar wärmere Wand, eine bessere Raumakustik und eine ästhetische Aufwertung, die im Einklang mit dem historischen Charakter des Gebäudes steht.

Ein Wandteppich ist somit weit mehr als ein Mittel gegen Hall. Er ist eine intelligente, multifunktionale Investition in Wohnkomfort, die Ästhetik, Akustik und thermische Behaglichkeit vereint – eine perfekte Symbiose aus Tradition und moderner Wohnqualität.

Um diese Prinzipien in Ihrem Zuhause umzusetzen, beginnen Sie mit der Analyse Ihrer kältesten oder lautesten Wand. Betrachten Sie sie nicht als Problemzone, sondern als Leinwand für eine funktionale und ästhetische Lösung, die Ihren Wohnkomfort nachhaltig steigert.

Geschrieben von Reto Zürcher, Dipl. Architekt ETH und Lichtplaner mit Spezialisierung auf moderne Wohnkonzepte. Seit 15 Jahren plant er Innenräume in Schweizer Betonbauten und berät zur akustischen und visuellen Integration von Kunst in anspruchsvolle Architektur.