Veröffentlicht am Mai 12, 2024

Eine Steinskulptur kann einen hektischen Eingangsbereich in einen Hafen der Ruhe verwandeln, doch ihre Wirkung hängt von mehr als nur der Optik ab.

  • Die materielle Integrität, von der Statik (Bodenbelastbarkeit) bis zur Witterungsbeständigkeit, ist die unsichtbare Grundlage für dauerhafte Harmonie.
  • Die haptischen und energetischen Eigenschaften des Steins – wie die Wärme eines Kalksteins oder die Kühle eines Granits – prägen die Atmosphäre entscheidend mit.

Empfehlung: Treffen Sie eine ganzheitliche Entscheidung, die den Energiefluss (Chi), die Haptik des Materials und die praktische Langlebigkeit ebenso berücksichtigt wie die reine Ästhetik.

Der Wunsch nach einem repräsentativen und zugleich beruhigenden Eingangsbereich ist tief in uns verankert. Es ist der erste Eindruck, den ein Zuhause vermittelt, und der letzte, der bleibt. Oft wird versucht, diesen Raum mit schnelllebigen Dekorationselementen zu gestalten. Eine Steinskulptur hingegen verspricht zeitlose Eleganz und Beständigkeit. Doch die Wahl des richtigen Kunstwerks ist eine subtile Kunst, die weit über das blosse Gefallen hinausgeht. Viele Hausbesitzer konzentrieren sich auf Form und Farbe, übersehen dabei aber die fundamentalen Aspekte, die eine Skulptur von einem reinen Objekt zu einem echten Ruhepol machen.

Die gängige Annahme ist, dass jeder Stein von Natur aus robust ist. Dies führt oft zu späteren Enttäuschungen, wenn das teure Stück Risse bekommt, Flecken ansetzt oder gar die Sicherheit gefährdet. Die wahre Meisterschaft liegt nicht im Kauf, sondern in der bewussten Auswahl und Platzierung. Aus der Perspektive des Feng Shui ist eine Skulptur ein energetischer Anker. Ihre Fähigkeit, den Energiefluss, das Chi, positiv zu beeinflussen, hängt direkt von ihrer materiellen Integrität, ihrer Pflege und ihrer Verankerung im Raum ab. Wenn diese praktischen Aspekte ignoriert werden, kann der erhoffte Ruhepol schnell zu einer Quelle stetiger Sorge werden.

Doch was wäre, wenn der Schlüssel zu einem harmonischen Eingangsbereich nicht nur in der Ästhetik der Skulptur liegt, sondern im tiefen Verständnis ihrer materiellen Seele? Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden, oft übersehenen technischen und pflegerischen Aspekte. Wir werden die Bedeutung der Statik ergründen, die richtige Pflege für empfindliche Steine wie Sandstein besprechen und die haptischen Qualitäten verschiedener Materialien erkunden. So stellen Sie sicher, dass Ihre Skulptur nicht nur ein Blickfang ist, sondern über Generationen hinweg als kraftvoller, beständiger Ruhepol dient.

Dieser Artikel beleuchtet die entscheidenden Fragen, die Sie sich vor und nach dem Kauf stellen sollten, um eine fundierte und nachhaltige Entscheidung zu treffen. Die folgende Übersicht gliedert die zentralen Themenbereiche für eine umfassende Betrachtung.

Warum Sie vor dem Kauf einer Marmorskulptur die Bodenbelastbarkeit prüfen müssen

Die Anschaffung einer Marmorskulptur ist eine Investition in die Ewigkeit. Ihre majestätische Ausstrahlung kann einen Eingangsbereich verwandeln. Doch bevor die Ästhetik im Vordergrund steht, muss ein unsichtbares, aber kritisches Fundament geprüft werden: die Tragfähigkeit des Untergrunds. Marmor hat eine hohe Dichte, und selbst eine mittelgrosse Skulptur kann schnell mehrere hundert Kilogramm wiegen. Wird dieses Gewicht auf einer nicht dafür ausgelegten Fläche platziert, wie einer Tiefgaragendecke oder einem unterkellerten Terrassenboden, kann dies zu Setzungen, Rissen oder im schlimmsten Fall zu strukturellen Schäden führen.

Ein Ruhepol darf keine versteckte Gefahr darstellen. Die Prüfung der Bodenbelastbarkeit ist daher kein optionaler Schritt, sondern eine Frage der Verantwortung und der langfristigen Sicherheit. Ein Statiker kann die maximale Punkt- und Flächenlast des vorgesehenen Standorts berechnen und feststellen, ob zusätzliche Massnahmen wie eine Lastverteilungsplatte notwendig sind. Dies ist besonders in der Schweiz relevant, wo präzise Baustandards gelten. Die Tragwerksnormen definieren klare Anforderungen, um die Sicherheit von Bauten zu gewährleisten.

Diese Analyse berücksichtigt nicht nur das Eigengewicht der Skulptur, sondern auch dynamische Lasten wie Schnee oder Wind. Gerade in erdbebengefährdeten Gebieten der Schweiz werden die Anforderungen an die Statik nochmals verschärft. So wird sichergestellt, dass Ihr Kunstwerk auch unter extremen Bedingungen sicher steht. Die SIA 261 definiert unterschiedliche Bauwerksklassen mit Faktoren von 1,0 bis 1,5 für Erdbebeneinwirkungen, was die Wichtigkeit einer professionellen Abklärung unterstreicht.

Die anfänglichen Kosten für eine statische Überprüfung sind eine geringe Investition im Vergleich zu den potenziellen Folgekosten und Sicherheitsrisiken. Ein solides Fundament sorgt dafür, dass Ihre Skulptur ihre beruhigende Wirkung ungestört entfalten kann, ohne dass Sie sich Sorgen um die Bausubstanz machen müssen. Es ist der erste Schritt, um materielle Integrität und damit wahren, unbeschwerten Kunstgenuss zu garantieren.

Wie entfernt man Flecken aus Sandstein, ohne die Oberfläche zu zerstören?

Sandstein, insbesondere der in der Schweiz beliebte Berner Sandstein, strahlt eine warme, natürliche und einladende Energie aus. Seine poröse Struktur macht ihn jedoch anfällig für Flecken durch organische Materialien wie Laub, Vogelkot oder verschüttete Flüssigkeiten. Eine falsche Reinigungsmethode kann hier verheerende Folgen haben: Aggressive, säurehaltige Reiniger oder Hochdruckreiniger können die empfindliche Oberfläche aufrauen, die schützende Patina abtragen und den Stein noch anfälliger für neue Verschmutzungen machen. Der Versuch, einen Makel zu beseitigen, zerstört so die haptische und visuelle Harmonie des Materials.

Die korrekte Pflege von Sandstein erfordert Geduld und das richtige Werkzeug. Das Ziel ist es, den Schmutz zu entfernen, ohne die Gesteinsstruktur anzugreifen. pH-neutrale Reiniger und weiche Bürsten sind die erste Wahl. Bei hartnäckigen Flecken haben sich professionelle Methoden bewährt, die auf schonende Mechanik setzen. Schweizer Spezialisten wie Finalit StoneCare verwenden beispielsweise speziell entwickelte Bürsten aus Diamant, Silizium und Keramik. Die Kunst besteht darin, je nach Art des Steins die passende Härte und Körnung der Bürste zu wählen, um effektiv, aber sanft zu reinigen.

Makroaufnahme der Sandsteinoberfläche während schonender Reinigung

Nach der Reinigung ist die Prävention entscheidend. Eine hochwertige Imprägnierung schützt den Stein, ohne seine Poren zu versiegeln. So bleibt das Material atmungsaktiv, was für das Entweichen von Feuchtigkeit aus dem Steininneren unerlässlich ist. Moderne Imprägnierungen für den Schweizer Markt bieten zudem Streusalz- und UV-Beständigkeit. Ein saisonaler Pflegeplan hilft, die Schönheit des Sandsteins langfristig zu erhalten. Im Frühjahr werden Streusalzrückstände entfernt, im Sommer wird auf Algenbildung kontrolliert und im Herbst organisches Material beseitigt. So bleibt der Stein ein Quell der Ruhe und nicht der Arbeit.

Weich oder Hart: Welcher Stein eignet sich besser für haptische „Hands-on“ Kunst?

Eine Skulptur im Eingangsbereich ist nicht nur ein visuelles Statement, sondern auch ein haptisches Erlebnis. Die Berührung des Steins – seine Kühle an einem heissen Sommertag, seine Textur unter den Fingerspitzen – kann eine tief beruhigende und erdende Wirkung haben. Aus der Perspektive des Feng Shui ist diese physische Interaktion ein Weg, um sich mit der stabilen Energie des Erdelements zu verbinden. Die Wahl zwischen einem Weichgestein wie Kalkstein oder einem Hartgestein wie Granit beeinflusst diesen haptischen Dialog massgeblich und sollte bewusst getroffen werden.

Weichgesteine wie jurassischer Kalkstein oder Berner Sandstein fühlen sich oft wärmer und organischer an. Ihre Oberfläche ist tendenziell weicher und „griffiger“. Sie nehmen die Umgebungstemperatur schneller an und laden dadurch stärker zur Berührung ein. Ihre sanftere Ausstrahlung kann eine besonders einladende und beruhigende Atmosphäre schaffen. Hartgesteine wie Andeer Granit oder Valser Quarzit sind hingegen kühl, präzise und glatt. Ihre kristalline Struktur vermittelt ein Gefühl von Beständigkeit und unerschütterlicher Kraft. Die Berührung ist ein Kontakt mit geologischer Urzeit, was eine sehr zentrierende Wirkung haben kann.

Die Entscheidung hängt von der gewünschten energetischen Wirkung ab. Soll der Eingangsbereich eine sanfte, einhüllende Ruhe ausstrahlen oder eine klare, fokussierte Stärke? Wie das Schweizer Bildhauer-Atelier Kurzweg Bern zeigt, entstehen Skulpturen aus einer Vielzahl von Materialien, die jeweils ihren eigenen Charakter besitzen. In ihrer Werkstatt in Bern arbeiten sie mit verschiedenen Natursteinen und schaffen Kunstwerke, die genau auf diese unterschiedlichen haptischen Qualitäten eingehen.

Die folgende Tabelle vergleicht typische Schweizer Gesteine hinsichtlich ihrer Eignung als haptischer Ruhepol, wie es auch von Experten wie dem Atelier Kurzweg Bern praktiziert wird, das Skulpturen aus diversen Natursteinen fertigt.

Vergleich Schweizer Gesteine für haptische Skulpturen
Gesteinsart Härte (Mohs) Haptische Eigenschaften Thermisches Verhalten Eignung als Ruhepol
Valser Quarzit 7 Kühl, präzise, glatt Langsame Erwärmung Minimalistisch, erdend
Andeer Granit 6-7 Hart, kristallin Speichert Kühle Beständig, monumental
Jurassischer Kalkstein 3-4 Warm, weich, organisch Schnelle Anpassung Einladend, beruhigend
Berner Sandstein 4-5 Samtig, griffig Neutral Vertraut, heimelig

Der Fehler, poröse Steine im Winter draussen ungeschützt zu lassen

Der Schweizer Winter stellt eine besondere Herausforderung für Steinskulpturen im Aussenbereich dar. Ein häufiger und kostspieliger Fehler ist die Annahme, dass Stein jeglicher Witterung trotzt. Insbesondere poröse Gesteine wie Sandstein, Kalkstein oder Travertin sind anfällig für Frostschäden. Wasser dringt in die feinen Poren und Kapillaren des Steins ein. Wenn dieses Wasser gefriert, dehnt es sich um etwa 9 % aus und erzeugt einen enormen Sprengdruck von innen. Dieser Prozess, bekannt als Frostsprengung, führt zu feinen Haarrissen, Abplatzungen und kann die Skulptur über die Jahre schleichend zerstören.

Das Problem wird durch den Einsatz von Streusalz, wie es in der Schweiz zur Glättebekämpfung üblich ist, massiv verstärkt. Salze können in Verbindung mit Wasser tief in den Stein einziehen und dort auskristallisieren, was zu unschönen Flecken, Verfärbungen und zusätzlichem internen Druck führt. Der vermeintliche Schutz vor Glatteis wird so zur direkten Bedrohung für die materielle Integrität des Kunstwerks. Ein Ruhepol, der im Frühjahr Risse und Abplatzungen zeigt, verliert seine harmonische Ausstrahlung und wird zum Sanierungsfall.

Ein effektiver Winterschutz ist daher unerlässlich. Er beginnt bereits im Herbst mit einer gründlichen Reinigung, um Moos und Algen zu entfernen, die Feuchtigkeit speichern. Vor dem ersten Frost sollte die Skulptur mit einer atmungsaktiven Schutzhülle abgedeckt werden. Diese Hülle verhindert, dass Regen und Schnee direkt in den Stein eindringen, lässt aber gleichzeitig im Stein vorhandene Feuchtigkeit entweichen. Plastikfolien sind ungeeignet, da sich darunter Kondenswasser bildet, das die Schäden noch verschlimmern kann. Zudem ist eine gute Drainage am Sockel der Skulptur entscheidend, um Staunässe zu verhindern.

Ihr Plan für den Winterschutz von Steinskulpturen in der Schweiz

  1. Spätherbst-Vorbereitung: Führen Sie eine gründliche Reinigung von Moos, Algen und organischen Rückständen durch, um Feuchtigkeitsspeicher zu eliminieren.
  2. Schutz vor Frost: Bringen Sie vor dem ersten Frost eine atmungsaktive, wasserabweisende Schutzhülle an, um direktes Eindringen von Nässe zu verhindern.
  3. Alternative zu Streusalz: Verwenden Sie im Umkreis der Skulptur ausschliesslich Sand oder Feinsplitt als Streumittel, um chemische Schäden zu vermeiden.
  4. Drainage-Kontrolle: Stellen Sie sicher, dass der Sockel ein Gefälle von mindestens 2% aufweist, damit Wasser stets abfliessen kann und keine Staunässe entsteht.
  5. Frühjahrs-Pflege: Entfernen Sie die Schutzhülle nach den letzten Frösten und frischen Sie bei Bedarf die Imprägnierung auf, um den Schutz für die neue Saison zu erneuern.

Wie beleuchtet man Alabaster von hinten für einen dramatischen Effekt?

Alabaster ist ein Stein von aussergewöhnlicher, fast magischer Qualität. Seine Transluzenz – die Fähigkeit, Licht durchscheinen zu lassen – macht ihn zu einem einzigartigen Material für Skulpturen, die mehr sein sollen als nur feste Materie. Eine von hinten beleuchtete Alabasterskulptur wird bei Einbruch der Dunkelheit zu einem leuchtenden Körper, der Wärme und Sanftheit ausstrahlt. Diese Verwandlung von einem massiven Objekt am Tag zu einem ätherischen Lichtobjekt in der Nacht kann die energetische Wirkung eines Eingangsbereichs dramatisch verändern und einen wahren Ruhepol schaffen.

Die Kunst der Hinterleuchtung liegt in der Subtilität. Ziel ist es nicht, den Stein grell auszuleuchten, sondern ihm ein inneres Glühen zu verleihen. Die Wahl der richtigen Lichtquelle und ihre Positionierung sind dabei entscheidend. Moderne LED-Technologie ist hierfür ideal. LED-Strips mit einer warmen Farbtemperatur von etwa 2700 Kelvin erzeugen ein weiches, einladendes Licht, das die natürliche Maserung und die warmen Farbtöne des Alabasters betont. Kaltes, weisses Licht würde den Stein leblos und klinisch wirken lassen.

Für eine gleichmässige Ausleuchtung ohne sichtbare „Hotspots“ (helle Punkte) ist der Abstand der Lichtquelle zum Stein zentral. Ein Mindestabstand von 10 bis 15 Zentimetern ist in der Regel erforderlich. Zusätzlich kann eine Diffusor-Folie zwischen LED und Stein platziert werden, um das Licht weich zu streuen. Schweizer Architekten wie Herzog & de Meuron sind Meister darin, mit minimalistischen Lichtlösungen eine haptische Sinnlichkeit der Materialien zu erzeugen. Ihre Projekte zeigen, wie präzise geführtes Licht die Wahrnehmung von Architektur und Kunst transformieren kann. Ein integrierter Dimmer erlaubt es zudem, die Lichtintensität an die jeweilige Stimmung oder Tageszeit anzupassen – von einem dezenten Schimmern bis zu einem sanften Leuchten.

Die Planung der Beleuchtung sollte idealerweise bereits bei der Konzeption des Sockels oder der Halterung der Skulptur erfolgen. Die Integration in ein Smart-Home-System wie KNX ermöglicht eine automatisierte Steuerung und schafft ein lebendiges Kunstwerk, das im Rhythmus des Hauses und seiner Bewohner leuchtet. So wird die Skulptur zu einem intelligenten und dynamischen Teil des harmonischen Gesamtkonzepts.

Wie verankert man eine 50kg-Skulptur sturmsicher im Rasen?

Eine Skulptur von 50 kg mag massiv erscheinen, doch im Freien ist sie den Kräften der Natur ausgesetzt. Ein starker Sturm, wie er auch in der Schweiz immer häufiger auftritt, kann eine unzureichend gesicherte Skulptur umstürzen. Dies stellt nicht nur eine Gefahr für Menschen dar, sondern kann auch das Kunstwerk irreparabel beschädigen. Eine sturmsichere Verankerung ist daher kein Detail, sondern ein zentraler Aspekt der Sicherheit und des Werterhalts. Der Ruhepol darf sich nicht bei der ersten Böe in eine Gefahrenquelle verwandeln.

Die Art der Verankerung hängt vom Untergrund und der Form der Skulptur ab. Auf einer Rasenfläche ist ein Punkt- oder Streifenfundament aus Beton die sicherste Methode. Dazu wird ein Loch ausgehoben, das über die Frostgrenze (in der Schweiz ca. 80 cm) hinausreicht, um ein Anheben des Fundaments durch gefrierenden Boden zu verhindern. In den frischen Beton werden Gewindestangen oder eine spezielle Halterung eingelassen, auf der die Skulptur nach dem Aushärten des Betons fest verschraubt wird. Die Grösse des Fundaments muss auf das Gewicht und die Windangriffsfläche der Skulptur abgestimmt sein.

Querschnitt einer professionellen Skulpturverankerung im Rasen

Die Schweizer Normen geben auch hier eine klare Richtung vor. Die Risikobewertung für Bauwerke spielt eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Schutzziele. Gemäss den neuen SIA-Normen werden Bauwerksklassen definiert, die das zu erwartende Schadenspotenzial berücksichtigen. Auch wenn eine Gartenskulptur nicht explizit als Bauwerk gilt, zeigt dieser Ansatz das Prinzip der risikobasierten Planung. Eine fachgerechte Verankerung ist eine Investition, die dafür sorgt, dass Ihr Kunstwerk über Jahrzehnte sicher an seinem Platz bleibt und seine beruhigende Wirkung ohne Unterbrechung entfalten kann.

Warum rostet Cortenstahl kontrolliert und färbt nicht auf den Boden ab?

Neben Stein bieten auch andere Materialien die Möglichkeit, einen beständigen Ruhepol zu schaffen. Cortenstahl ist hier ein faszinierendes Beispiel. Auf den ersten Blick wirkt der rostige Stahl vielleicht widersprüchlich zum Ideal der makellosen Beständigkeit. Doch seine Schönheit liegt gerade in diesem kontrollierten Prozess der Verwitterung. Cortenstahl ist eine Stahllegierung, die durch den Zusatz von Kupfer, Chrom und Nickel eine ganz besondere Eigenschaft entwickelt: Er bildet unter Witterungseinfluss eine dichte Sperrschicht aus festhaftenden Sulfaten und Phosphaten. Diese Schicht, die sogenannte Patina, schützt den darunterliegenden Stahl vor weiterer Korrosion.

Im Gegensatz zu normalem Baustahl, der immer weiter rostet und sich zersetzt, stoppt der Prozess bei Cortenstahl nach der Ausbildung dieser schützenden Patina. Diese entwickelt sich über einen Zeitraum von etwa 1,5 bis 3 Jahren und verleiht dem Material seine charakteristische, warme, erdig-rote Farbe. Dieser Prozess ist ein Sinnbild für kontrollierte Transformation und Reifung – eine wunderbare Metapher für einen Ruhepol, der nicht starr, sondern lebendig ist. In der modernen Schweizer Architektur wird dieses Material genau wegen dieser Eigenschaft geschätzt. Projekte von weltbekannten Architekten wie Herzog & de Meuron, etwa das Lagergebäude für Ricola, zeigen, wie Cortenstahl im Dialog mit der Natur eine zeitlose und doch lebendige Ästhetik schafft.

Ein häufiges Bedenken ist das Abfärben des Rostes auf umliegende Bodenbeläge. In der Anfangsphase der Bewitterung, bevor die schützende Patina vollständig ausgebildet ist, kann es tatsächlich zu Rostabwaschungen kommen. Daher ist die Planung des Standorts entscheidend. Es empfiehlt sich, eine Skulptur aus Cortenstahl zunächst auf einer unempfindlichen Fläche (z.B. Kies oder Rasen) aufzustellen, bis die Patinabildung abgeschlossen ist. Alternativ kann eine Tropfkante oder ein Kiesbett direkt unter der Skulptur das Abfärben auf helle Plattenböden verhindern. Sobald die dichte Sperrschicht ausgebildet ist, sind Abwaschungen nur noch minimal. Der Stahl hat seine Balance gefunden und ruht in sich selbst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Ruhepol im Eingangsbereich erfordert mehr als Ästhetik; er basiert auf Stabilität, Sicherheit (Statik, Verankerung) und bewusster Materialwahl.
  • Die Pflege und der Schutz des Materials (z. B. vor Frost oder durch falsche Reinigung) sind entscheidend, um die harmonische Ausstrahlung langfristig zu erhalten.
  • Die haptischen Eigenschaften eines Steins (warm/kalt, weich/hart) und seine Fähigkeit, mit Licht zu interagieren (Transluzenz), sind zentrale Elemente seiner energetischen Wirkung.

Warum behalten Bronzeplastiken ihren Wert über Generationen hinweg?

Während Stein und Stahl für ihre erdverbundene Beständigkeit geschätzt werden, verkörpert Bronze eine andere Form der Ewigkeit: die des kulturellen und materiellen Werts. Eine Bronzeplastik ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern oft auch eine langfristige Wertanlage. Ihre Fähigkeit, ihren Wert über Generationen hinweg zu halten oder sogar zu steigern, hat mehrere Gründe. Erstens ist Bronze ein edles und langlebiges Material. Im Gegensatz zu vielen anderen Werkstoffen korrodiert sie nicht im zerstörerischen Sinne, sondern bildet eine schützende Patina, die von Kennern oft als Zeichen von Alter und Authentizität geschätzt wird.

Zweitens ist der Herstellungsprozess, der Bronzeguss, komplex und erfordert hohes handwerkliches Können. Viele Bronzeplastiken werden in limitierten Auflagen hergestellt, was ihre Exklusivität und Begehrtheit steigert. Jedes Exemplar ist das Ergebnis eines aufwendigen künstlerischen und technischen Prozesses. Dieser Faktor der Seltenheit und der nachgewiesenen Handwerkskunst ist ein wesentlicher Treiber für die Wertstabilität. Ein Kunstwerk von einem anerkannten Künstler oder einer renommierten Giesserei hat eine nachvollziehbare Herkunft (Provenienz), die seinen Wert sichert.

Drittens besitzt Bronze eine kulturelle Bedeutung, die Jahrtausende zurückreicht. Von antiken Statuen bis hin zu modernen Meisterwerken – das Material ist untrennbar mit der Kunstgeschichte verbunden. Eine Bronzeplastik im Eingangsbereich ist somit nicht nur ein persönlicher Ruhepol, sondern auch ein Statement kulturellen Bewusstseins und eine Verbindung zu einer langen Tradition. Die Wertschätzung für solche Werke wird durch internationale Auszeichnungen und die Anerkennung von Künstlern und Architekten weiter gefestigt. Die Arbeit von Schweizer Kreativen, die weltweite Anerkennung finden, unterstreicht die Bedeutung von Qualität und Vision für den dauerhaften Wert eines Kunstwerks. Eine gut gewählte Bronzeplastik ist somit ein Erbe – ein Ruhepol, dessen materielle und ideelle Kraft an die nächste Generation weitergegeben wird.

Um die Investition in Kunst vollständig zu würdigen, ist es hilfreich, die Faktoren für die Wertbeständigkeit von Bronze zu verstehen.

Beginnen Sie jetzt damit, Ihren Eingangsbereich nicht nur zu dekorieren, sondern ihn bewusst als energetischen Ankerpunkt für Ihr Zuhause zu gestalten. Eine sorgfältig ausgewählte Skulptur wird Ihnen über Jahrzehnte Freude und Harmonie schenken.

Geschrieben von Ursina Caminada, Bildhauerin und Keramikerin mit Fokus auf Materialien und Outdoor-Kunst. Expertin für dreidimensionale Gestaltung, Skulpturen im Garten und angewandte Kunst im Interieur.