J e a n - M a r c   G a i l l a r d
  Sculpteur


Q u o   V a d i s

Die neuste Ausstellung des Eisenplastikers Jean-Marc Gaillard zeigt Objekte, die sowohl Einzeln beeindrucken, als auch als Ensemble zum Denken reizen. Haufen von Gepäckstücken lassen einen über das Reisen sinnieren. Oder das Dableiben. Oder das Flüchten. Oder anderes.

Nach dem Millenium stellt sich die Frage nach dem Wohin verstärkt für Jean-Marc Gaillard. Einerseits wird sein Atelier demnächst abgerissen und andererseits winken neue Horizonte im Ausland. Aber da ist auch die Vertrautheit der Umgebung, die Freunde, Kollegen und überhaupt das Umfeld, das einen trägt. Soll er aufbrechen oder hier bleiben?

"Quo Vadis" vermag aber auch andere innere Bildern zu aktivieren. Praktisch sofort kommen einem Filme aus den Fünfzigerjahren in den Sinn, wo Fremdarbeiter zur Ferienzeit ganze Bahnhöfe in Besitz nahmen. Auch Bilder von Flüchtlingsdramen schiessen durch den Kopf. Das Reisen ist eben nicht nur ein Privileg der Besitzenden, sondern auch eine Pflicht für die, die überleben wollen...

Die Ausstellung macht weder nur eine allgemeingültige Aussage, noch will sie Antworten geben. Sie belebt die Sinne auf verschiedenen Ebenen und will eigentlich nur einladen zu sehen. Wer dann sehen will und kann. Zwischen den Gepäckstücken wird der Betrachter zum eigentlichen Statisten.

Die Gepäckstücke sind zwar real greifbar, sind aber minutiös aus Stahl hergestellt und haufenweise fest montiert. Scheinbar unverrückbar, erinnern die Gepäckstücke aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit an hingeworfene Studien oder Skizzen. Erst diese Formimpression überhöht die "banalen" Transportbehältnisse zur Kunst.

Vernissage: 16. August 2002, 18 Uhr, Ortsmuseum Trotte, Arlesheim

August 2002